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Finnish is not the end!

Machmal ist das Leben grausam. Hart hat es besonders diese Domain hier getroffen. Nach einer Lebenszeit von etwa Woche überlass ich sie hiermit dem World-Wide.

Mein Finnland-Blog ist nämlich umgezogen. Ab jetzt gibt’s hier Neuigkeiten: blog.andreas-frank.com.

Ich hoffe, man sieht sich!

Let’s do some karaoke!

Die Finnen saufen wie die Blöden. Das ist das einzige, was ich nach einer Woche Finnland sicher sagen kann.

Don’t drink too much…

Das es nicht billig ist, sich in Skandinavien zu besaufen, wusste ich ja schon vorher. Aber als dann das erste Bier in einer Kneipe sechs Euro kam (wie Axel sagen würde), war ich trotzdem ein bisschen überrascht . Zum Glück eine Ausnahme, denn wie ich später erfuhr, soll Jyväskylä für sein billiges Bier und die billigen Pizzen bekannt sein. Na ja, vier Euro muss man trotzdem noch für ein Bier hinlegen.

Don’t talk to me…

Antti und ArttoNach meinen ersten Erfahrungen mit dem finnischen Alkoholkonsum am Mittwoch, konnte ich am Tag danach erstmals feststellen, welche Dilettanten die Deutschen eigentlich im Bier trinken sind. Also, Axel und ich auf einer „Kennenlern“-Party der neuen Studenten in der Hochschule. Und eigentlich war es genau so, wie man sich eine „Kennenlern“-Party vorstellt: Die meisten Leute sitzen gelangweilt rum, weil sie in einer solchen „gezwungenen“ Atmosphäre wahrscheinlich keine Lust auf Smalltalk haben. Gewissermaßen eine Sitzparty.

Don’t try that at home…

Als Austausch-Student muss man natürlich alles mitnehmen! Also sind wir natürlich bei den“Kennenlern“-Spielchen gleich mit von der Partie. Dass es sich dabei um Saufspiele handelt, konnte ja bei einer Uni-Veranstaltung keiner ausgehen. Das Spiel kurz erklärt: Drei Stuhlreihen werden hintereinander aufgestellt. Wer in der dritten sitzt, muss sein Flasche Bier ausdrinken, sie umdrehen und sie dem Vordermann auf den Kopf stellen, damit er zu drinken beginnen kann. Gewonnen hat das Team, das ihre drei Flaschen Bier am schnellsten geleert hat. „Gar kein Problem“ dacht ich mir. Die direkten Konkurrentinnen von Axel waren schließlich zwei Mädels… Na ja, letztenlich waren die Mädels doppelt so schnell wie Axel (der hinter mir saß) und mein Bier war noch halb voll, als die anderen schon alle drei Flaschen runtergekippt hatten…

„Ich komme…“

Die Stimmung der Party profitierte auf jeden Fall vom Trinkspiel. Und wenn die Finnen mal in Stimmung sind, rücken sie auch langsam damit raus, dass sie ein paar Brocken Deutsch können und sich ziemlich gut in der deutschen Pornoindustrie auskennen. Was eine Leserhose ist, wissen alle Finnen. „Ich habe eine große Wurst in meiner Lederhose“ und „ich komme, ich komme…“ sind die Lieblingssätze von Antti. „Mein Schwanz ist so groß wie ein Panzerwagen“, stammt von einem Mädel. Die Finnen sind schon ein lustiges Völkchen!

Good singing there…

Ich sing Karaoke!Karaoke, das scheint hier in Finnland ein Nationalsport zu sein. Vor allem wenn der Alkoholpegel stimmt, greift jeder Mal zum Mikrofon. Dabei ist es dann ganz egal, ob man vom vielen Alkohol noch stehen kann. Den Anwesenden scheint’s zu gefallen. Vom 20-jährigen Proll bis zum 50-jährigen Hausfrau, hier grölt jeder mit. Wir Deutschen stehen mittendrin und können die Finnen nicht verstehen, geschweige denn die finnischen Songs. Um die finnischen Kultur aufzusaugen, probierten wir’s natürlich auch mal. Leider mussten wir dabei auf englischen Lieder zurückgreifen, was vielleicht den geringen Anklang beim Publikum erklären dürfte.

Jaloviina…

Um mit dem Finnen beim Alkoholkonsum mithalten zu können, müssen wir noch ein bisschen üben. Aber wenn wir ehrlich sind, wollen wir das auch nicht wirklich. Denn viele Finnen richten sich hier mit dem Alkohol richtig zu Grunde. Auf jeden Fall haben wir schon den Jaloviina, den finnischen Volksschnaps probiert. Gar nicht mal so schlecht, nur ein bisschen stark für uns Deutsche.

Aufgussesgeschlagen!?

Löylynlyöm, zu viel Hitze abgekriegt? Ich kann nicht wirklich von mir behaupten, dass ich in meinen ersten vier Tagen in Finnland vom Aufguss geschlagen wurde. Aber ich kann Axel nur zustimmen, wenn er meint: „I’m really looking forward to the sauna!“

„Great stuff, you know“

Axel und ich auf unseren BabiesFür alle, die es nicht wissen: Axel ist der nette Kerl, der mir bis Weihnachten hier in Finnland Beistand leisten wird. Und es könnte und dürfte niemand anders sein, mit dem ich hier mein Englisch verbesser. Wir haben ja in Mittweida schon viel geübt… „Great stuff, you know“, ob der Satz von Axel oder von mir kommt, lässt sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr rekonstruieren. Aber so kann man wahrscheinlich unser Englisch am besten beschreiben.

„Dirty spots“ und „kalky taps“

Check ListeUnser englisches Halbwissen, vor allem unsere Fähigkeit, alle deutschen Wörter einzuenglischen hilft uns schon viel weiter – vor allem eine englische Konversation zu führen. Sinnbild für unsere Vokabelsicherheit: das Ausfüllen der Checkliste für unser gemeinsames Appartement. Ist es jetzt „The tapete goes off“ oder „The tapete solves“. “What does Flecken mean in Engish“? “dark area”, “dirty spot” oder doch “brown region”? Wir wissen es nicht wirklich. Was wir aber wirklich wissen, ist das überall in unserer Wohnung „ants“ sind und „we really want to kill them all“.

„Me and my baby

Me and my babyWenn Axel meint „I will settle down“, dann will er sich auf seine Fahrradsattel setzen. „My settle“ war aber schon noch zwei Tagen „moving“. Deshalb musste ich mein Baby, das ich für schlappe 50 Euro am Montag erstanden hatte, heute schon wieder zur Reparatur bringen… „but now it works…“

 

„The fin spins“

Man merkt’s schon, langsam sprech ich immer mehr Englisch. Aber ob das was mit dem Finnischen in den vier Monaten wird, bezweifel ich doch stark. Nominativ, Partitiv, Inessiv, Translativ, Abessiv aber nur keinen Infinitv, das scheint das Motto der Finnen zu sein, bei insgesamt 18 verschiedenen Fällen. Aufgussesgeschlagen (löylynlyöm wörtlich übersetzt) bin ich bei solchen Aussichten.

„Mixed sauna, you know“

Auf meinen ersten Aufguss in der Sauna freu ich mich trotzdem. Momentan regnet es und wirklich warm ist es auch nicht. Es scheint vielmehr steil auf die – 35 Grad im Winter zuzugehen (und ich hab eine Heizung, die noch nicht funktioniert!). Zum Glück ist mein Zimmer gleich neben der hauseigenen und kostenlosen Sauna. Deshalb darf ich hoffen, dass ich wenigstens etwas von der Abwärme in meinem Zimmer abbekomm.

Mit einem kühlen Bier in die Sauna gehen, das scheint bei den Finnen Brauch zu sein. Das teuer erstandene Bier hab ich schon. Jetzt muss ich nur noch den richtigen Zeitpunkt für den ersten Aufguss finden „cause I don’t really want that it that beats me down, you know“.